Vorwort
Meine Reise, vom 02. – 22.09.2026, führt mich dieses Mal via Kopenhagen nach Nuuk (Grönland), dort werden wir auf die MS Roald Amundsen von der HX-Expedition einschiffen. Die nächsten Tage sind wir in der Baffin Bay unterwegs und wir sehen hoffentlich neben den Eisbergen auch einige Tiere wie Wale, Robben, natürlich verschiedene Vögel, Rentiere, Polarfüchse und hoffentlich auch Moschusochsen. Letzteres wäre für mich ein Traum, diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Wie bei meinen anderen Blogs versuche ich meine Erlebnisse «zeitnah» zu schreiben und auch hochzuladen, aber so weit im hohen Norden kann es schwierig sein, eine vernünftige Internetverbindung zu haben.
09.08.2026 – noch 25 Tage bis es losgeht
Gedanklich habe ich alles schon mehrfach gepackt, wie immer sind die Vorfreude und das Reisefieber eng beieinander, jedenfalls bei mir. Aber bis es losgeht, muss ich mich doch noch gedulden und vielleicht die Packliste doch noch einmal überdenken. Das eine ist ja meine Kameraausrüstung, aber auch die Kleidung: Wir haben zurzeit in Chur 30 °C und mehr, und in Grönland ist es zwischen 0 und 10 °C. Auf dem Schiff braucht es andere Kleidung als bei den Zodiac-Fahrten. Ich habe ja noch Zeit für die finale Packliste.
30.08.2026 – noch 4 Tage
….. dann geht meine langersehnte Reise nach Ostkanada und West-Grönland endlich los. 🌎✈️ Habe ich schon gepackt? Ja. Nein. Ja, doch … ach Mist, zu viel Gewicht! 😩 Was lasse ich hier? Was brauche ich wirklich nicht? Der Fotorucksack wird vermutlich schon an der oberen Grenze liegen (≥ 8 kg 😩). Der Laptop muss natürlich auch mit. Und dann die ewige Frage: Habe ich wirklich alle Kabel dabei? Ladegeräte? Akkus? Adapter? Eigentlich ist es bei jeder längeren Reise – vor allem, wenn ich mit dem Flugzeug unterwegs bin – immer das Gleiche. Statt mich auf die bevorstehende Reise zu freuen, mache ich mir erst einmal ordentlich Stress mit dem Packen.
Dabei sollte ich doch eigentlich nur noch die Tage zählen und mich darauf freuen, dass es endlich losgeht … Ostkanada und West-Grönland – ich komme! 🧳📷❄️
02.09.2026 – Der erste Tag der Reise
Heute geht’s endlich los! Zum Glück habe ich gut geschlafen. Medizin kann manchmal wirklich helfen – und für einen wie mich, der Reisefieber hat, ist das durchaus wertvoll. 😉
Um 08:08 Uhr geht es mit dem Zug Richtung Zürich. Kaum am Flughafen angekommen, stresse ich erst einmal meine Frau: „Ab ans Check-in!“ Danach geht’s direkt weiter durch die Sicherheitskontrolle. Ich kann mich einfach erst entspannen, wenn ich am Gate bin – oder zumindest in dessen Nähe. 😅
Mit fast 30 Minuten Verspätung hebt unser Flieger Richtung Kopenhagen ab. Der Flug verläuft problemlos und wir kommen gut in Kopenhagen an. Unser Hotel liegt zum Glück super, direkt beim Flughafen.
Nach dem Zimmerbezug und einer kurzen Instruktion für morgen – schliesslich geht es dann weiter nach Nuuk – machen wir uns mit der Metro auf den Weg in die Stadt. Unser Ziel: die Einkaufsstrasse und anschliessend natürlich noch Nyhavn.
Mit Kamera und Regenschirm geht es los. Und dann passiert mir etwas, das mir schon lange nicht mehr passiert ist: Der Akku meiner Kamera ist leer! 😱 Und natürlich habe ich keinen Ersatzakku dabei. Also müssen für die schönsten Bilder eben mein iPhone und ich herhalten. 📱📷
Zurück im Hotel geht es für mich schon wieder ans Umpacken. Morgen geht es schliesslich weiter nach Grönland und dort liegen die Temperaturen nur im einstelligen Bereich. Also muss noch einmal genau überlegt werden, was wirklich mit muss und was im Koffer bleiben kann.
Jetzt heisst es nur noch: eine gute Nacht. Morgen wartet Nuuk auf uns! 🇬🇱❄️
03.09.2026 – Endlich nach Grönland
Nach einer sehr mühsamen Nacht – ich habe gefühlt überhaupt nicht geschlafen – klingelt um 05:20 Uhr der Wecker. Aufstehen, fertig machen und ab zum Frühstück.
Ich bin so gestresst und nervös, dass ich kaum etwas essen mag. Was meiner Nervosität sicher nicht gerade geholfen hat, ist der Umstand, dass die Informationen, die wir von „unserem“ Reiseleiter bekommen haben, nicht ganz mit den Angaben der HX Expedition Crew übereinstimmten.
Vor allem in den Informationen von HX stand, dass wir drei Stunden vor dem Abflug am Flughafen sein müssen. Unsere Informationen dagegen besagten, dass wir uns erst eineinhalb Stunden vor dem Boarding in der Hotellobby treffen sollten.
Für jemanden wie mich, der sowieso schon Reisefieber hat, natürlich eine ideale Ausgangslage. 🙈
Aber vorweg: Es hat alles super geklappt!
Pünktlich um 10:00 Uhr hebt unser Flugzeug mit Air Greenland in Richtung Nuuk ab. Leider haben wir keinen Fensterplatz bekommen. Bei der dichten Wolkendecke ist das allerdings nicht ganz so schlimm.
Unser Airbus A330neo ist mit zwei Kameras ausgestattet. Eine zeigt nach vorne, die andere direkt nach unten. So können wir zumindest über die Bildschirme einen Blick auf die Umgebung werfen.
Die Crew an Bord scheint uns übrigens schon einmal auf die Temperaturen einzustimmen, die uns auf unserer Reise erwarten. Im Flugzeug ist es nämlich erstaunlich kalt. Ich kann mich kaum daran erinnern, wann ich das letzte Mal nicht nur im T-Shirt geflogen bin. Diesmal musste tatsächlich der Pullover herhalten. 🥶
Jetzt sind es noch ungefähr eine Stunde bis zur Landung in Nuuk. Dort wartet zunächst das angekündigte grönländische Tapas-Buffet auf uns.
Und danach heisst es: Raus in die Stadt und Nuuk erkunden! 🇬🇱📷❄️
NACHTRAG – Die erste Nacht in Grönland
Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, um Nuuk noch auf eigene Faust zu erkunden. Dabei gibt es hier durchaus einige interessante Läden, in denen man auch die Einheimischen unterstützen kann. Aber unser Zeitplan ist eben ziemlich straff.
Um 17:00 Uhr müssen wir bereits wieder auf dem Schiff sein. Dort warten die Sicherheitseinweisung und anschliessend das Nachtessen auf uns.
Mit den Zeitumstellungen ist das übrigens so eine Sache. Die Tage werden gefühlt immer länger. 😄
Eigentlich wollte ich am Abend noch meinen Blog fertig schreiben. Aber es war doch ein ziemlich anstrengender Tag, und irgendwann musste ich einfach schlafen.
Leider – oder vielleicht besser gesagt: zum Glück – war damit die Nacht aber noch nicht vorbei.
Um 00:30 Uhr wurden wir über das Bordtelefon geweckt: Nordlichter! 🌌
Für mich war der erste Blick durch das Fenster allerdings noch nicht besonders spektakulär. Ich war müde und wollte eigentlich lieber weiterschlafen. Zum Glück bestand meine Frau darauf, dass wir nach draussen gehen.
Und sie hatte recht! Draussen erwartete uns trotz des recht kräftigen Windes ein wunderschönes Nordlicht. ✨🇬🇱
Nach ungefähr einer Stunde ging ich ziemlich durchgefroren wieder zurück ins Bett. Trotz der Wellen konnte ich danach erstaunlich gut schlafen.
Was für ein erster Tag in Grönland – und was für eine erste Nacht!
04.09.2026 – Ein Tag auf See
Heute sind wir den ganzen Tag auf See. Das wird bestimmt nicht so anstrengend, dachte ich … 😉
Nach einer nicht gerade optimalen Nacht mit wenig Schlaf – die Nordlichter waren schliesslich zu schön, um sie einfach zu verschlafen – bin ich am Morgen mit Kopfschmerzen aufgewacht. Und auch die Wellen waren nicht ohne.
Nach dem Frühstück ging es zuerst zur Information über die Aktivitäten des Expeditionsteams. Dazu gehört natürlich auch die obligatorische AECO-Veranstaltung (The Association of Arctic Expedition Cruise Operators). Dabei erfahren wir, wie wir uns verhalten müssen, wenn wir in der Arktis an Land gehen. Schliesslich wollen wir die Natur und Tierwelt so wenig wie möglich beeinträchtigen.
Am Nachmittag heisst es dann: Gummistiefel fassen! 👢
Irgendwann am Nachmittag bin ich mit meiner Kamera nach draussen gegangen, weil ich etwas entdeckt hatte. Und mein erster Blick hat mich nicht getäuscht: Wale! 🐋 Genauer gesagt: Grindwale.
Die ersten Wale auf dieser Reise – und hoffentlich nicht die letzten!
Nach dem Willkommensgruss des Kapitäns und dem Nachtessen steht eigentlich nur noch die Information über die Pläne für morgen auf dem Programm. Und dann hoffe ich wirklich, dass ich diese Nacht einmal richtig gut schlafen kann. Ich habe es nötig! 😴
05.09.2026 – Erste Anlandung in der kanadischen Arktis
Nach einer guten Nacht erwartet uns heute unsere erste Anlandung mit den Zodiacs. Unser Ziel ist Qikiqtarjuaq in Kanada.
Mit der Schreibweise dieses Ortes habe ich allerdings so meine Mühe. 😄 Auf meinem WhatsApp-Status hatte ich zuerst „Qukitarjuaq“ geschrieben. Das wurde umgehend von jemandem korrigiert, der im letzten Jahr die gleiche Reise gemacht hatte.
Also habe ich meinen Fehler sofort verbessert und „Qikitarjuaq“ geschrieben – so, wie es im Tagesprogramm des Schiffes steht. Tja … auch das war nicht ganz richtig. Die Leute vom Schiff hatten nämlich beim zweiten „Q“ ebenfalls einen Fehler gemacht. 😂
Die korrekte Schreibweise lautet Qikiqtarjuaq.
Um 11:00 Uhr geht es dann endlich los. Wir fahren mit den Zodiacs an Land und sind mit unserer Gruppe „Salmone“ unterwegs.
Zuerst besuchen wir das Gemeindehaus. Dort werden wir von Einheimischen erwartet, die uns einen kleinen Einblick in ihr Leben geben. Zuerst wurden wir verköstigt mit Boiled Arctic Char, Dried Cher, Boiles Battaq (Narwal Blubber and Skin) und Deep fried bannock. Das war sehr gut auser vielleicht der Rohe Cher.
Wir erfahren einiges über die Jagd und bekommen unter anderem gezeigt, wie eine Robbe zerlegt und anschliessend gehäutet wird. Auch die Herstellung von Schuhen wird uns gezeigt – und worauf dabei besonders geachtet werden muss.
Besonders interessant finde ich das Anzünden von Öl in einer Steinschale. Soweit ich verstanden habe, handelt es sich dabei vermutlich um Fett von Tieren. Damit wird während der dunklen Jahreszeit Licht erzeugt. Eine einfache, aber faszinierende Art, die natürlichen Ressourcen der Umgebung zu nutzen.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist für mich dagegen der Kehlkopfgesang. Eine für uns völlig ungewohnte Form des Gesangs, aber gerade solche Begegnungen machen diese Reise so besonders.
Nach den verschiedenen Demonstrationen haben wir noch Zeit, das Dorf zu erkunden. Dabei wundern wir uns über einige zusätzliche Treppen, die scheinbar nirgendwohin führen. 😄
Für mich ist dieser Tag etwas ganz Besonderes. Ich war bisher noch nie in Kanada – und nun bin ich gleich in der kanadischen Arktis gelandet. 🇨🇦❄️
Die ersten Eindrücke sind jedenfalls überwältigend, und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Tage mit hoffentlich noch vielen neuen Erlebnissen, Begegnungen und Eindrücken. 📷🐋
06.09.2026 – Vier Eisbären
Heute verbringen wir eigentlich einen Tag auf dem Schiff. Das Expeditionsteam hat entschieden, dass wir nicht wie ursprünglich vorgesehen an Land gehen, sondern stattdessen mit der MS Roald Amundsen einen neuen Weg erkunden.
Wir fahren um Adams Island herum und erleben dabei etwas ganz Besonderes: Insgesamt sehen wir vier Eisbären!🐻❄️
Aber der Reihe nach.
Am Vormittag gibt es erst einmal Waffeln, die wir an Deck essen können. Leider bereits um 10:00 Uhr – also fast direkt nach dem Frühstück. 😄 Da muss man schon überlegen, ob man das wirklich noch schafft.
Ich nutze die Zeit und installiere meine DJI-Kamera auf Deck 10. Ich möchte bei der Durchfahrt durch den Fjord, der die Insel umschliesst, eine Zeitrafferaufnahme machen.
Natürlich kommt dabei auch gleich eine Sorge auf: Bleibt die Kamera dort oder bekommt sie Beine? 😉
Zum Glück geht alles gut und die Kamera bleibt, wo sie hingehört.
Ich kann sogar zwei Zeitrafferaufnahmen mit jeweils 28 Sekunden machen. Leider gibt es bei einer Aufnahme einen ungeplanten Unterbruch. Es hat kurzzeitig geregnet und die Linse wurde immer wieder von Wassertropfen beschlagen. Aber damit muss man auf so einer Reise wohl rechnen.
Am späteren Nachmittag kommt dann plötzlich die Durchsage über die Lautsprecher: Eisbär auf ein Uhr! 🐻❄️
Leider bekommen wir keine Information darüber, wie hoch über dem Meeresspiegel sich das Tier befindet. Und genau das macht die Suche für mich ziemlich schwierig. Ich brauche gefühlt eine Ewigkeit, bis ich ihn beziehungsweise sie endlich entdecke und fotografieren kann.
Und dann, um 19:00 Uhr, geht es eigentlich zum Nachtessen. Aber auch dort werden wir noch einmal wegen der „Eisbären“ auf Trab gehalten. 😄
Diesmal sind es sogar drei Tiere! Allerdings sind sie so weit entfernt, dass selbst mit meinem Teleobjektiv kaum vernünftige Fotos möglich sind.
Aber egal – wir haben heute vier Eisbären gesehen! 🐻❄️🐻❄️🐻❄️🐻❄️
Was für ein Tag! Ich bin gespannt, was uns morgen erwartet. 📷❄️
07.09.2026 – Eisberg, Archäologie und Orcas
Heute bin ich nach dem Aufstehen erst einmal schnell an Deck gegangen, um zu sehen, wie „kalt“ es tatsächlich ist. Bei der Information gestern wurde schliesslich angekündigt, dass uns heute Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erwarten.
Kaum draussen angekommen, sehe ich zu meiner grossen Überraschung direkt neben dem Schiff einen für meine Verhältnisse ziemlich grossen Eisberg. Na, dann ist ja wohl logisch, dass es kalt ist! 😉🧊
Also nach dem Frühstück schnell in die „warme“ Kleidung und warten, bis unsere Gruppe „Salmon“ aufgerufen wird. Dann geht es mit den Zodiacs zu einer archäologischen Stätte.
Die Crew hat alles bestens vorbereitet und genau markiert, wo wir durchgehen dürfen und wo nicht. Es ist allerdings erstaunlich, dass erwachsene Menschen das trotzdem nicht auf die Reihe bekommen und immer wieder die Absperrungen missachten. 🤔
Wenn man nicht weiss dass sich hier früher einmal eine kleine Siedlung befunden hat, könnte man tatsächlich meinen, jemand hätte hier einfach alte Ölfässer und andere Metallteile herumliegen lassen oder entsorgt.
Für mich ist der Besuch trotzdem sehr interessant. Besonders die karge Landschaft begeistert mich immer wieder aufs Neue. Gerade diese scheinbar endlose, menschenleere Umgebung hat für mich einen ganz besonderen Reiz.
Nach unserem Besuch geht es mit dem Schiff wieder weiter, diesmal Richtung Lancaster Sound. Kurz nachdem wir losgefahren sind, kommt plötzlich die Durchsage:
„Orcas auf 10 Uhr!“ 🐋
Bei mir entsteht sofort eine kleine Spur von Hektik. 😅 Also schnell ab in die Kabine, Jacke holen und natürlich die Kamera schnappen – inklusive 500-mm-Objektiv und 2x-Extender. Als ich wieder an Deck ankomme, kommt allerdings erst einmal die entscheidende Frage:
„Wo sind die Orcas?“ 😂
Nach längerem Suchen entdecke ich sie endlich. Sie sind allerdings ziemlich weit entfernt, sodass ich nur aus der Distanz fotografieren kann.
Die Bilder sind leider nicht die besten geworden. Aber das ist eigentlich nebensächlich, denn heute habe ich zum ersten Mal freilebende Orcas gesehen – und sogar fotografiert!
Wow! Was für ein Abschluss dieses Tages! 🐋📷❄️
Das tönt alles sehr spannend. Ja, die Schreibweise der Inuits hat’s so in sich. Aber die Aussprache ist noch viel schwieriger. 😆
Die Vorführungen im Gemeindezetrum haben sich offensichtlich stark verbessert. Bei uns war es noch ein bisschen chaotisch, waren ja auch unter den ersten, die Qikiqtarjuaq besuchten.
Wünsche Euch weiterhin viele Highlights. 🐋🐾
Ja, das mit der Aussprache ist wirklich schwierig. Die Vorführung war bei uns eigentlich gar nicht chaotisch. Das Problem war nur, dass sehr viele Leute vor den Demonstrationen standen und die Personen weiter hinten dadurch nichts mehr sehen konnten. wir freuen uns auf die nächsten Tage