Meine 8. Nordnorwegen-Reise steht vor der Tür. Wieder geht es weit über den Polarkreis – auf die Lofoten, nach Senja, Sommarøy und Ersfjordbotn. 13 Tage den Norden geniessen.
Man kann sagen: immer das Gleiche. Aber das stimmt so nicht. Die Orte, die Landschaft sind die gleichen, vielleicht trifft man auch wieder die gleichen Menschen, die man auf anderen Reisen schon mal getroffen hat. Aber in Kombination mit dem Wetter ist es doch immer wieder neu. Ich liebe die Gegend.
Nach strengen ersten Wochen im 2026 mit der Arbeit und der grossartigen Ausstellung an der photoSCHWEIZ in Zürich, die mich 6 Tage voll in Beschlag nahm, kommt die «Entspannung». Mein Ziel ist, viele gute Fotos zu machen, die ich vielleicht an der photoSCHWEIZ27 zeigen kann. Ich werde auch meine Drohne im Einsatz haben, wenn das Wetter mitspielt. Dabei möchte ich Luftaufnahmen von den Stränden machen, wenn sie schneebedeckt sind. Mal schauen, ob das so geht, wie ich mir das vorstelle. Einige Bilder schaffen es sicher auch wieder in meine Kalender.
Wenn ihr Lust habt, verfolgt meinen Blog – ich werde ab dem 21. Februar täglich etwas berichten.

Tag 1 – 21.02.2026
Es geht los. Eigentlich ist geplant, dass ich um 05:30 Uhr aufstehe, aber mein «Reisefieber» hatte nicht den gleichen Willen wie ich – also war ich bereits um 04:00 Uhr wach. Ich bin nochmals kurz eingenickt, aber dann doch eine Stunde früher als geplant aufgestanden.
Um 06:26 Uhr geht der Bus zum Bahnhof und etwas nach sieben bringt mich der Zug zum Flughafen in Zürich. Ich bin zu früh da, aber das ist mir viel lieber – so habe ich fast keinen Stress. Das Check-in läuft für meine Verhältnisse super. Auch dass ich das Übergewicht für meinen Koffer schon zuhause angemeldet habe, hat sich ausbezahlt, denn das klappt problemlos.
Was mich am meisten überrascht hat, ist der Sicherheitscheck: Zum ersten Mal musste ich nicht mein ganzes Fotoequipment in einen separaten Behälter umräumen, sondern konnte den ganzen Rucksack geschlossen durch den Scanner schicken.
Wir «Menschen» sind eben Herdentiere – das hat sich wieder bestätigt. Nach dem Boarding sind wir wie Schafe alle dem «Leithammel» nachgelaufen und statt in den Flieger ging es die Treppe hinunter, wo sicher der halbe Flieger vor verschlossenen Türen stand.
Nach gut dreieinhalb Stunden sind wir dann doch noch in Evenes gelandet und konnten unser Fahrzeug in Empfang nehmen. Jetzt geht es bei teilweise starkem Schneetreiben nochmals 165 km weiter nach Skårungen, wo wir unsere erste Nacht in einer Rorbuer direkt am Wasser verbringen.

Tag 2 – 22.02.2026
Nach einer guten Nacht habe ich nach dem Aufstehen die Umgebung erst einmal auf mich wirken lassen. Zuerst sind mir ein paar Enten aufgefallen, die direkt vor der Unterkunft im Wasser vorbeischwammen. Und dann: «Was ist das?» – ein Fischotter! Wow. Noch bevor ich das erste Landschaftsbild gemacht habe, fotografiere ich ein Tier.
Jetzt geht es erst einmal zum Frühstück.
Nach dem Auschecken habe ich noch einige Bilder der Umgebung gemacht. Danach sind wir nach Henningsvær zu unserem ersten Spot gefahren. Für mich ist es ein Muss, wenn ich dort bin, den Leuchtturm zu fotografieren. Jetzt bin ich das achte Mal auf den Lofoten und habe den Leuchtturm bestimmt schon zum sechsten Mal fotografiert. Auch eine Drohnenaufnahme vom Fussballplatz darf nicht fehlen. Ansonsten geniesse ich einfach die Ortschaft.
Zum Schluss sind wir noch in die Engelskmannsbrygga – ein kleiner, aber feiner Shop. Zu unserer Überraschung arbeitet neu «Tamara» – nein, Anika – aus dem Fricktal dort. Nach einer guten Unterhaltung mit ihr sind wir über Eggum nach Ballstad gefahren.
In Eggum hatten wir eine fantastische Lichtstimmung, sodass wir länger geblieben sind als gedacht. Nach einer halben Stunde Fahrt sind wir «endlich» in Ballstad angekommen. Zuerst ging es ans Einräumen, und dann habe ich endlich Zeit für meinen Blog gefunden. Nebenbei kochten noch die Spaghetti für das Nachtessen.
Es ist ja toll, wenn man mit dem Smartphone immer erreichbar ist – aber genau als das Essen fertig war, kam ein Nordlicht-Alarm rein: Nordlichter! Welch ein Stress. Zuerst essen oder zuerst Nordlichter fotografieren? Wir entschieden uns fürs Essen und gingen danach – mit einigen «Hindernissen» – nach draussen.
Leider ging dabei ein Objektiv zu Bruch. Zum Glück ist die Kamera ganz geblieben und wir haben Ersatz. Ich denke, das ist genug Aufregung für den ersten richtigen Tag in Norwegen.
Kleiner Nachtrag: Das Objektiv war nicht von mir. 😉

Tag 3 – 23.03.2026
Eigentlich wollten wir heute den Sonnenaufgang fotografieren, aber da wir bis um 01:30 Uhr am Haukland BeachNordlichter gejagt haben, wurde es etwas später. Der Sonnenaufgang war auch von unserer Unterkunft aus wunderschön anzuschauen, sodass wir gar nicht weit weg «mussten».
Nach dem Frühstück sind wir südwärts nach Nusfjord gefahren, danach nach Fredvang – unserer «alten» Heimat aus den Lofoten-Ferien – weiter nach Sund und zum Schluss nach Hamnøy sowie Sakrisøy ins Anita’s Seafood.
In Nusfjord gibt es neben den verschiedenen Motiven auch die obligate Waffel mit Sauerrahm und Erdbeer-Konfi. Für mich sind die besten Waffeln im alten Laden zu geniessen.
In Fredvang habe ich mein Drohnenbild realisiert: die Brücken zum Dorf von oben. Bevor wir nach Hamnøy weiterfuhren, versuchten wir noch, Sund mit Sonne zu fotografieren. Leider ist um diese Jahreszeit die Sonne schon recht früh verschwunden, sodass wir dort keine Fotos mehr gemacht haben.
In Hamnøy wurde ich regelrecht von chinesischen Touristen «belagert». Sie fragten mich, ob sie mein Foto, das ich von der Brücke aus gemacht hatte, abfotografieren dürften. Ich sagte ja – und dann ging es los. Es reichte nicht, einfach meinen Kamerabildschirm zu fotografieren. Nein, sie hielten sogar einen Reiseführer mit genau demselben Bildausschnitt neben mein Foto. Ein Wunder, dass ich nicht auch noch mit aufs Bild musste 🙂.
Bevor wir zurück nach Ballstad gefahren sind, haben wir bei Anita’s Seafood noch einen Fischburger mit Crevetten gegessen. Auch das ist mittlerweile Tradition für mich, wenn ich hier bin – und sie sind wirklich absolut spitze.
Der heutige Tag war wieder ein super Tag – nicht nur, weil ich die Bilder realisieren konnte, die ich mir vorgenommen hatte, sondern auch, weil das Wetter ein Traum war. Mal schauen, was wir morgen machen.

Tag 4 – 24.02.2026
Was läuft heute, den es ist bedeckt? Da unser Guide der doch schon älter ist 😉, er hat doch schon 63 Jahre auf dem Buckel, nicht mehr weiss wo er die Kerzen von Henningsvær hingetan hat. Und wir sie auch mit unserer kollektiven Unterstützung nicht gefunden haben, sind wir nochmals nach Henningsvær gefahren. Dieses Mal aber der Küste entlang.
Auf dem Weg haben wir immer wieder angehalten und ich habe einige Bilder mit der Drohne gemacht. Es ist sehr spannend, wenn man die Perspektive ändert. Die Küste sieht von oben ganz anders aus als von unten.
Kurz vor Hopen habe ich gesehen das uns ein langsamer Konvoi entgegen kommt. Ich sagte das sind sicher Fahrradfahrer und die Touristen getrauen sich nicht zu überholen. Auf einmal Bericht bei mir Hektik aus denn es sind keine Fahrradfahrer, sondern drei Elche, die vor der Kolone herlaufen. Als sie uns gesehen haben, sind die über die Strassenbegrenzung geklettert und haben in der Nähe zwischen den Sträucher Deckung gesucht. Was für ein Erlebnis zum Glück habe ich meine Kamera mit dem richtigen Tele parat, so dass ich sie aus dem Fenster fotografieren konnte.
In Henningsvær angekommen geht es direkt in den kerzenladen und wir kauften Ersatz. Vielleicht kommen die Verschollenen dich wieder zum Vorschein.
Nach einer kleinen Stärkung im Klatrekaféen, dort gibt es hervorragende Kuchen, sind wir weiter zum Austernesfjorden Rastplatz gefahren, denn wir haben dort Langzeitbelichtungen von der Sildpollnes Kirke gemacht. Ich habe auch von diesem Punkt schon mehrmals fotografiert aber die Stimmung, das Licht, das Wetter sind jedes Mal anders.
Nun machen wir uns auf den Rückweg den es sind doch fast 2 Stunden zu fahren bis Ballstad. Bei uns geht es meistens etwas länger, nicht weil der Fahrer seiner Sache nicht sicher ist, sondern weil wir doch das eine oder andere Mal noch einen Fotostopp machen.
In Ballstad angekommen wird zuerst für das nachtwessen gesorgt heute gibt es Lachs. Danach kann das Nordlicht kommen 😉.

Tag 5 – 25.02.2026
Heute ist Abreisetag von den Lofoten. Wieder gehen wunderbare Tage vorbei. Wir haben in der Nacht Nordlichter gesehen und am Tag von Sonnenschein bis Schneefall alles erlebt.
Bis wir um 19:00 Uhr auf die MS Nordlys gehen, machen wir nochmals einen Abstecher nach Haukland Beach und Uttakleiv Beach.
Heute ist der anspruchsvollste Tag auf den Lofoten in diesem Jahr. Es schneit, und es hat richtig viel Wind. Mit «richtig viel Wind» meine ich im Schnitt 13 m/s, die Böen sind jedoch deutlich stärker. Mich hat es regelrecht durchgeschüttelt, sodass ich mit den Fersen im Schnee Halt suchen musste. Das Fotografieren wurde zur echten Herausforderung.
Die wenigen Bilder, die ich gemacht habe, sind jedoch recht gut geworden. Die Schwierigkeit besteht darin, die Windverhältnisse in einem Bild festzuhalten.
Heute Nacht sind wir auf dem Schiff und werden morgen gegen 11:00 Uhr in Finnsnes ankommen.

Tag 6 – 26.02.2026
Nachdem ich den Blogeintrag von gestern geschrieben hatte, bin ich müde ins Bett gegangen. Zum Glück war das Wetter so ruhig, dass das Schiff in der Nacht kaum geschaukelt hat. Eigentlich war es eine erholsame Nacht – ausser beim Anlegen in den verschiedenen Häfen. Wir hatten unsere Kojen ganz hinten, in der Nähe der Motoren. Jedes Mal, wenn die Seitenstrahlruder eingesetzt wurden, vibrierte das ganze Schiff.
Um 11:00 Uhr kamen wir wie angekündigt pünktlich in Finnsnes an. Nachdem wir das Schiff verlassen hatten, gingen wir zuerst einkaufen, damit wir in Husøy auch genug 😉 zu essen haben.
Als fast alles eingekauft war, fuhren wir zunächst in den Süden der Insel Senja und machten verschiedene tolle Bilder – vor allem von den schneebedeckten Bäumen, wie im tiefsten Winter. Vor einem Jahr lag hier deutlich weniger Schnee.
Weiter ging es über Bergsbotn utsiktsplattform mit seiner schönen Aussichtsplattform bis nach Tungeneset. Die Abendstimmung war wunderschön.
Endlich in Husøy angekommen, versuchten wir, unsere Unterkunft zu beziehen. Der Code, den wir erhalten hatten, war nicht mehr aktuell. Und als wir dann in der richtigen Wohnung waren, stellte ich fest, dass es nur eine Bratpfanne und eine Zwei-Liter-Pfanne gab – das reicht bei Weitem nicht, wenn man für vier Personen Spaghetti kochen will. Zum Glück kam die Vermieterin vorbei und brachte uns noch grössere Pfannen.
Jetzt, nach dem Nachtessen und dem Schreiben des Blogeintrags, bearbeite ich noch die heutigen Bilder. Und dann kann das Nordlicht – und/oder der nächste Tag – kommen. ✨

Tag 7 – 27.02.2026
Wir merken, dass wir bereits eine intensive Woche in Norwegen hinter uns haben. Heute nehmen wir es etwas gemütlicher. Nach dem Frühstück starten wir entspannt in den Tag – unser Ziel ist Skaland und weiter nach Bøvær.
Zuerst gibt es jedoch Bilder von Husøy – von der Strasse oberhalb hat man einen sehr guten Blick auf die Insel. Fotografien im Morgenlicht sehen hier immer gut aus. Wobei es bei uns heute schon fast Mittag war 😉.
In Bøvær angekommen, ging es direkt an den Strand. Dort gibt es einen grossen, wunderschönen Sandstrand. Heute mache ich vor allem Drohnenaufnahmen. Mein Ziel ist es, das Zusammenspiel von Schnee, Sand und Wellen einzufangen. Ich denke, das Resultat kann sich zeigen lassen 😊.
Auf dem Rückweg legten wir noch einige Stopps ein – zum Beispiel in Skaland beim «Joker», wo es feine Kanelknuter gibt. Auch einen Halt mit Blick Richtung Tungeneset durfte nicht fehlen – entweder aus der Distanz mit dem Teleobjektiv oder mit der Drohne. Zudem wollte ich noch Aufnahmen von oben machen: Bäume und Sträucher im Schnee, deren Strukturen aus der Vogelperspektive besonders spannend wirken.
Um vier Uhr waren wir zurück in Husøy und genossen den Abend in aller Ruhe.

Tag 8 – 28.02.2026
Heute geht es weiter nach Sommarøy. An der Katthaugvegen 12 haben wir unsere nächste Unterkunft für die kommenden drei Tage.
Der Plan war eigentlich, die Fähre von Botnhamn nach Brensholmen zu nehmen. Ich hatte extra auf der Webseite nachgeschaut, wann die Abfahrtszeiten sind – doch leider stimmten diese nicht mit der Realität überein. Im Internet stand, dass das Schiff um 11:45 Uhr ablegt. Also machten wir uns auf den Weg.
Um 10:35 Uhr waren wir am Steg und mussten mit Schrecken feststellen: Die nächste Fähre fährt erst um 16:00 Uhr. Also musste Plan B her – wir fahren die Strecke via Sørreisa, Bardufoss und Kraknesletta nach Sommarøy.
Statt 50 Minuten mit der Fähre waren es also 4 Stunden und 20 Minuten Autofahrt. Kurz vor Bardufoss entschieden wir uns noch für einen Abstecher in den Polar Park. Vor einem Jahr war ich schon einmal dort und war begeistert. Auf die zusätzlichen eineinhalb Stunden Fahrzeit kam es jetzt auch nicht mehr an 😉.
Im Polar Park angekommen, gingen wir zuerst bei den Elchen vorbei. In einem separaten Gehege waren zwei Jungtiere, die Mutter stand etwas ausserhalb. Leider waren sie so gut abgeschirmt, dass man sie kaum fotografieren konnte.
Als Nächstes kam das Luchsgehege. Wie schon im letzten Jahr war ein Tier direkt beim Zaun und liess sich von uns Fotografen überhaupt nicht stören. Nachdem wir unsere Bilder gemacht hatten, gingen wir weiter – ich wusste, jetzt kommen die Polarfüchse. Ihre Gesichtszeichnung sieht fast so aus, als würden sie lächeln. Immer wieder hörte man die Wölfe aus dem Nachbargehege jaulen. Zum Fotografieren waren sie für mich leider zu weit entfernt; letztes Mal konnte ich sie aus der Nähe ablichten.
Mein Hauptziel dieses Besuchs war es jedoch, die Moschusochsen zu fotografieren – und zwar im Stehen. Mein Wunsch ging in Erfüllung, und ich konnte genau das Bild machen, das ich mir vorgestellt hatte. Jetzt fehlt mir nur noch, einen Moschusochsen in freier Wildbahn zu sehen. Vielleicht klappt das bei meiner nächsten Reise nach Kanada und Grönland.
Nun ging es noch dreieinhalb Stunden mit dem Auto weiter nach Sommarøy, wo wir müde und hungrig ankamen. Jetzt noch schnell auspacken, dann gab es einen Tomaten-Mozzarella-Salat mit Rucola.
Nach dem Essen hatte ich endlich etwas Zeit für mich, den Blog und die Fotos.

Tag 9 – 01.03.2026
Sommarøy – auch bekannt als «Arctic Maldives»: Eine Insel nahe Tromsø, berühmt für ihre weissen Strände, das klare Wasser und als eine der wenigen «zeitzonenfreien Zonen» der Welt.
Diese Geschichte mit der zeitzonenfreien Zone ist allerdings eher ein Marketinggag. Im Juni 2019 sorgte eine Kampagne über die Bewohner von Sommarøy für internationale Berichterstattung. Dabei wurde behauptet, dass die Einwohner aufgrund der Mitternachtssonne im Sommer ihre Uhren und die Zeit abschaffen wollten.
Ich bin jetzt schon das dritte Mal für ein paar Tage auf der Insel. Jedes Mal ist es anders: Beim ersten Mal war es sehr windig, letztes Jahr hatten wir Schnee und Sonne – und aktuell ist es stark bewölkt. Hoffentlich bleibt das nicht so, denn wir möchten noch mehr Nordlichter sehen.
Heute Morgen hat es in unserer Nähe gebrannt (ca. 100 Meter von uns entfernt). Niemand hat etwas bemerkt – ausser dass unser Wasser im Haus dunkelbraun war. Nach mehreren Spülgängen der Leitungen hatten wir endlich wieder sauberes Wasser.
Zum Fotografieren lädt das Wetter heute nicht wirklich ein. Zwar kommt die Sonne zwischendurch für etwa fünf Minuten hervor, dann schneit oder regnet es wieder. Aber wir gehen trotzdem raus – es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter … wobei, manchmal vielleicht doch 😉. Trotzdem lassen wir uns nicht unterkriegen.
Ich lasse auch wieder meine Drohne steigen, in der Hoffnung, dass das Grün im Meer besser zur Geltung kommt. Ansonsten sind Langzeitbelichtungen ein Thema – allerdings eine Herausforderung, da immer wieder Wassertropfen auf dem Filter landen.
Vielleicht gibt es heute gegen Abend noch einmal einen Moment, der sich besonders zu fotografieren lohnt.

Tag 10 – 02.03.2026
Das Wetter spielte letzte Nacht leider nicht mit. Um 03:00 Uhr gab es einen Kontrollblick aus dem Fenster, ob der Himmel klar ist – leider nicht. Auch in dieser Nacht haben wir keine Nordlichter gesehen.
Nach dem Frühstück sind wir mit dem Auto auf «Rentierjagd» gegangen. Das heisst, wir sind einfach losgefahren in der Hoffnung, welche zu entdecken. Leider haben sie sich sehr gut versteckt – oder sie fanden wohl auch, dass man bei solchem Wetter besser drinnen bleibt 😉.
Schlussendlich sind wir wieder in Sommarøy gelandet. Beim Fussballplatz hat man einen tollen Blick über die kleinen Inseln rundherum. Und dann begann es auch noch zu regnen ☹️.
Langzeitbelichtungen mit Filter sind bei Regen nicht gerade die beste Idee, denn man hat schnell Wassertropfen auf dem Filter – und die sieht man deutlich auf den Bildern. Aber «wer nicht wagt, der nicht gewinnt» – also versuchten wir unser Glück.
Als wir alles eingerichtet hatten, kam plötzlich die Sonne – und mit ihr ein Regenbogen. Wenn schon keine Nordlichter, dann wenigstens solche Farben am Himmel 🙂.
Keiner von uns hätte gedacht, dass wir an diesem Tag doch noch einige gute Fotos machen würden.
Aktuell – es ist 16:45 Uhr – ist der Himmel fast wolkenlos, und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir dieses Jahr hier in Sommarøy doch noch Nordlichter sehen. Ob wir Glück haben, werde ich morgen schreiben. ✨

Tag 11 – 03.03.2026
Man merkt: Wenn das Wetter nicht so mitspielt, wie man es sich vorstellt, wird es auch schwieriger, täglich mitzuschreiben – vor allem für mich, denn ich schreibe eigentlich sonst nie.
Wieder keine Nordlichter in der letzten Nacht. Das ist zwar gut für den Schlaf, aber schlecht für die eigenen Erwartungen. Doch so ist das Wetter – zum Glück können wir es nicht beeinflussen. Man muss nehmen, was kommt.
Von Sommarøy fahren wir weiter zu unserer letzten Unterkunft, in diesen Ferien, nach Ersfjordbotn. Auf dem Weg halten wir ein paarmal an, um «Minimalismus» Fotos von den «schrumpeligen» Bäumen zu machen. Mehr liegt heute nicht drin, denn es schneit oder regnet immer wieder, und die Sicht ist stark eingeschränkt.
In Ersfjordbotn angekommen, wird zuerst eingeräumt. Nach dem Einkaufen versuche ich, die ersten Bilder zu machen – doch im Moment fehlt mir etwas die Motivation. Ich bin mir sicher, sie kommt morgen wieder 😊.
Ich schreibe jetzt nicht, dass wir wieder auf Nordlichter hoffen … aber laut Prognosen sollte es heute eigentlich wieder welche geben. Wobei die Vorhersagen auch an den letzten Tagen positiv waren.
Mal schauen, was die Nacht bringt. ✨

Tag 12 – 04.03.2026
Nachtrag von gestern Abend. Wieder nichts Brauchbares ☹️. Um 22:00 Uhr zeigte sich ein sehr kleines Nordlicht, doch die Wolken waren zu dominant, sodass es sich nicht lohnte, sich nochmals richtig aufzuraffen und länger nach draussen zu gehen.
Heute fahren wir Richtung Lyngenalpen – in der Hoffnung, unterwegs das eine oder andere Bild machen zu können. Zuerst fotografiere ich einige Motive aus dem fahrenden Auto, da man nicht überall anhalten darf oder kann. Die Eiszapfen, die an den Felsen herunterragen, sind schon imposant.
An einer Stelle ist es windstill, und der Lyngenfjord liegt ganz ohne Wellen da. Das müssen wir nutzen, denn die Sonne scheint zwischen den Wolken und den Berggipfeln hindurch. Wenn man – wie ich – noch einen Sonnenstern mit geschlossener Blende fotografieren will, darf man keine Zeit verlieren. Insgesamt sind es nur ein paar Bilder geworden, aber diese sind meiner Meinung nach richtig gut gelungen.
Weiter fahren wir nach Lyngseidet. Kaum zu glauben, dass dort ein Schweizer mit seiner Familie wohnt – wenn er nicht gerade mit seinem Schiff und der ganzen Familie die Welt umrundet. Vielleicht kennt der eine oder andere ihn: Dario Schwörer, zusammen mit seiner Frau Sabine und den Kindern.
Wir versuchen unser Glück und rufen einfach einmal an. Mit etwas Verzögerung klappt es tatsächlich, und wir werden zu ihm nach Hause eingeladen. Bevor ich hier etwas Falsches schreibe, verweise ich lieber auf seine Webseite https://toptotop.org/our-story/ oder www.toptotop.org , auf der man sich über seine Arbeit für das Klima informieren kann.
Ich bin beeindruckt – vor allem wenn man sieht, dass das Schiff keine Luxusjacht ist und die achtköpfige Familie darauf über längere Zeit lebt.

Tag 13 – 05.03.2026
Heute ist der letzte ganze Tag in Norwegen ☹️. Es regnet, aber wir machen uns trotzdem langsam auf den Weg, denn wir möchten den letzten Tag doch noch draussen verbringen.
Wir fahren auf gut Glück nach Tromvik. Kurz nach Ersfjordbotn erleben wir bereits den ersten fotografischen Höhepunkt: Wir sehen Schneehühner – und sie bleiben sogar ruhig genug stehen, damit ich sie fotografieren kann 😊.
Weiter geht es, und nach einer kurzen Fahrt folgt schon der nächste Stopp. Hoch am Berg entdecken wir Rentiere. Also wieder raus aus dem Auto und die nächsten Fotos machen. Leider sind sie ziemlich weit entfernt, sodass man schon ein Teleobjektiv braucht, damit sie auf dem Foto einigermassen sichtbar sind.
Beim späteren Durchsehen der Bilder wurden wir überrascht: Auf einem Foto aus der Gruppe waren tatsächlich noch zwei Schneehühner zu entdecken 😊.
Dasselbe gilt für die Seeadler, die wir ebenfalls sehen. Leider ist das Meer nicht ganz ruhig, sodass keine schönen Spiegelungen entstehen.
Am Ende der Strasse erreichen wir Tromvik. Dort gibt es eigentlich nichts besonders Spezielles – ausser dem Søstrene Kafè og Landhandleri AS. Hier machen wir unsere Mittagspause. Das Essen ist sehr gut, aber besonders erwähnenswert sind die Kuchen: Sie sind der Hammer – nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich.
Danach machen wir uns wieder auf den Rückweg. Heute Abend gibt es zum letzten Mal Lachs mit Reis und einer Gemüserahmsauce. Anschliessend besprechen wir noch, wie es eventuell im nächsten Jahr weitergehen könnte – bevor es dann ans Packen geht. ✨

Fazit

Wie war meine 8. Reise zu den Nordlichtern?
Zuerst einmal: Wir waren eine grossartige Truppe. Zu viert, und das seit vielen Jahren befreundet – da wurde es natürlich ab und zu sehr lustig. Danke an Mäsi, Manuela und Pietro – ihr seid mir über all die Jahre hinweg sehr gute Freunde geworden.
Im allgemeine sind die Strassen gut Fahrbar aber sie sind sehr Eisig. Mit Schlittschuhen ist man sicher besser Unterwegs 😉. Ich bin gespannt, wie es nächstes Jahr wird und ob ich nochmals in den norwegischen Norden reisen werde, um Nordlichter zu jagen. Das wird sich zeigen.

Die Unterkünfte

Kabelvåg (Ørsvågveien 40, 8310 Kabelvåg) – Skårungen
Unsere erste Unterkunft lag in Kabelvåg, einem kleinen Ort etwas südlich von Svolvær. Die Anlage mit verschiedenen Rorbuer heisst Skårungen.
Für uns war es das erste Mal, dass wir dort übernachteten. Von meiner letzten Reise kannte ich den Ort bereits von einem Fotostopp.
Die Unterkunft ist gut eingerichtet und für eine Nacht zu viert absolut in Ordnung. Für einen längeren Aufenthalt wäre sie allerdings eher etwas zu klein. In der Anlage gibt es auch ein Restaurant, in dem wir sowohl zu Abend gegessen als auch gefrühstückt haben.

Ballstad (Kræmmervikveien 110, 8373 Ballstad)
In Ballstad war die Unterkunft sehr gut eingerichtet und bestens ausgestattet – es war alles vorhanden, was man braucht.
Von hier aus erreicht man schnell viele bekannte Spots der Lofoten, wie Haukland Beach, Uttakleiv Beach, Unstad, Eggum, Nusfjord, Hamnøy, Sakrisøy und Reine.

Husøy (Skipperhuset, Toftegata 16, 9389 Husøy i Senja)
In Husøy entsprach die Unterkunft nicht ganz dem Standard, den wir gewohnt sind. Besonders in der Küche mussten wir Abstriche machen: Es gab nur eine Bratpfanne und einen Zwei-Liter-Kochtopf.
Auch mit der Sauberkeit waren wir nicht zufrieden – das war bereits vor einem Jahr ein Thema und leider diesmal wieder. Die fehlenden Pfannen wurden jedoch sofort ergänzt.
Von Husøy aus erreicht man mit etwas Fahrzeit das Tungeneset – für mich einer der bekanntesten Orte auf Senja. Natürlich darf man auch den Segla nicht vergessen. Senja hat landschaftlich insgesamt sehr viel zu bieten.

Sommarøy (Katthaugvegen 12, 9110 Sommarøy – gebucht über Airbnb)
In Sommarøy hatten wir eine Top-Wohnung: sehr gut eingerichtet, viel Platz und aufmerksame Vermieter. Es gab sogar ein kleines Willkommensgeschenk mit einer persönlichen Notiz.
Landschaftlich bietet Sommarøy vor allem entlang der Küste beeindruckende Ausblicke. Das Meer schimmert hier oft grünlich – man fühlt sich fast wie im Süden, wenn da nicht die Kälte wäre.
Wer einmal nicht selbst kochen möchte, dem empfehle ich das Sommarøy Arctic Hotel – dort kann man sehr gut essen. Auch die kleine Snackbar Anne-Grete Jensen Havfrua Kro kann ich empfehlen.

Ersfjordbotn (Naustbuktvegen 86, 9100 Kvaløysletta)

In Ersfjordbotn liegt die Unterkunft direkt am Fjord – top eingerichtet und sehr grosszügig. Hier habe ich schon die schönster Nordlicher gesehen mit Spieglung im Meer.
Von hier aus ist man in etwa 30 Minuten am Flughafen von Tromsø, was für die Abreise sehr praktisch ist.

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